Die Anerkennung als behinderter Arbeitnehmer beantragen

Zielgruppe

Alle Menschen mit Behinderungen der folgenden Personengruppen können die Anerkennung als behinderter Arbeitnehmer beantragen: • Arbeitnehmer, die bei einem in Luxemburg niedergelassenen Unternehmen beschäftigt sind, • Selbstständige, die ihre wirtschaftliche Tätigkeit in Luxemburg angemeldet haben, • Arbeitsuchende, die ihren Wohnsitz in Luxemburg haben.

Voraussetzungen

Wenn Sie derzeit nicht arbeiten:

Sie können die Anerkennung als behinderter Arbeitnehmer beantragen, wenn Sie

  • dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen
  • als arbeitsfähig auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt oder in einer Behindertenwerkstätte anerkannt sind
  • die Bedingungen zur Ausübung einer beruflichen Tätigkeit in Luxemburg erfüllen
  • eine Arbeitsbeeinträchtigung von mindestens 30 Prozent aufweisen
  • in Luxemburg gemeldet und wohnhaft sind und ggf. eine entsprechende Aufenthaltsgenehmigung besitzen
  • einen stabilen Gesundheitszustand haben (nicht längerfristig krank sind und keinen Antrag auf Invalidität gestellt haben)
    Sollte ihr Gesundheitszustand nicht ausreichend stabil sein, kann eine vorübergehende Anerkennung als behinderter Arbeitnehmer erfolgen.

Wenn Sie derzeit arbeiten

Sie können die Anerkennung als behinderter Arbeitnehmer beantragen, wenn Sie

  • als arbeitsfähig auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt oder in einer Behindertenwerkstätte anerkannt sind
  • eine Arbeitsbeeinträchtigung von mindestens 30 Prozent aufweisen
  • einen stabilen Gesundheitszustand haben (nicht längerfristig krank sind und keinen Antrag auf Invalidität gestellt haben)
    • Sollte ihr Gesundheitszustand nicht ausreichend stabil sein, kann eine vorübergehende Anerkennung als behinderter Arbeitnehmer erfolgen.

Beantragung

Wenn Sie derzeit nicht arbeiten:

Kontaktieren Sie den Service für Arbeitnehmer mit Behinderung oder eingeschränkter Arbeitsfähigkeit der ADEM. Sie erhalten daraufhin eine Einladung zu einer verpflichtenden Informationsveranstaltung, bei der Sie über die Voraussetzungen und Konsequenzen der Beantragung auf Anerkennung als behinderter Arbeitnehmer unterrichtet werden.

Nach der Teilnahme an dieser Informationsveranstaltung können Sie die Unterlagen zur Beantragung der Anerkennung als Arbeitnehmer mit Behinderung bei dem Service für Arbeitnehmer mit Behinderung bei der ADEM anfordern.

Dem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • ein kürzlich ausgestelltes medizinisches Gutachten von Ihrem behandelnden Arzt sowie entsprechende Gutachten von Fachärzten
  • ein Gutachten vom Arbeitsmediziner der ADEM, wenn Sie zum Zeitpunkt der Antragstellung bei der ADEM arbeitsuchend gemeldet sind
  • Unterlagen, aus denen Ihre beruflichen Qualifikationen hervorgehen
  • eine schriftliche Erklärung, dass Sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen
  • ein Staatsangehörigkeitsnachweis oder eine gleichwertige Bescheinigung;
  • ein vom Sozialversicherungszentrum ausgestellter Sozialversicherungsnachweis;
  • Belege über die Bestimmung eines gesetzlichen Vertreters für den Fall, dass sich der Antragsteller gesetzlich vertreten lässt;
  • eine Wohnsitzbescheinigung, die nicht älter als drei Monate ist und von der zuständigen Kommunalverwaltung Ihres Wohnortes ausgestellt wurde
  • bei Drittstaatsangehörigen eine gültige Aufenthaltsgenehmigung, die zur Arbeitsaufnahme oder selbstständigen Tätigkeit berechtigt
  • bei EU-Angehörigen oder Bürgern aus Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums oder der Schweiz eine Aufenthaltsberechtigung von mehr als drei Monaten, auch für die Familienmitglieder.

Die Medizinische Kommission informiert Sie über die Entscheidung per Einschreiben.

Im Falle einer Anerkennung werden Sie arbeitsuchend gemeldet und Ihre Akte wird an den zuständigen Service für Arbeitnehmer mit Behinderung oder eingeschränkter Arbeitsfähigkeit der ADEM geschickt, der Sie kontaktieren wird.
Wenn Sie noch nicht bei der ADEM arbeitsuchend gemeldet sind, erhalten Sie eine Einladung vom Service für Arbeitnehmer mit Behinderung der ADEM, der sie auch über die spezifischen Maßnahmen zur beruflichen Orientierung und Weiterbildung informieren wird.

Nach Ihrer Arbeitsuchendmeldung bei der ADEM erhalten Sie von dem Service für Arbeitnehmer mit Behinderung eine Meldebescheinigung, die zusammen mit Ihren Antragsunterlagen der Kommission für Orientierung und berufliche Wiedereingliederung vorgelegt wird, die über entsprechende Maßnahmen entscheidet. Die Kommission für Orientierung und berufliche Wiedereingliederungentscheidet zunächst, ob die berufliche Wiedereingliederung auf dem regulären Arbeitsmarkt oder in einer Behindertenwerkstatt erfolgen soll.

Wenn Sie derzeit arbeiten:

Setzen Sie sich mit dem Sekretariat der Medizinischen Kommission der ADEM in Verbindung, um das Antragsformular zur Anerkennung als behinderter Arbeitnehmer zu erhalten.

Senden Sie das ausgefüllte Antragsformular zusammen mit den Antragsunterlagen an die Medizinische Kommission der ADEM.

Antragsunterlagen:

  • ein kürzlich ausgestelltes medizinisches Gutachten von Ihrem behandelnden Arzt sowie entsprechende Gutachten von Fachärzten
  • eine Kopie Ihres derzeitigen Arbeitsvertrages
  • Unterlagen, aus denen Ihre beruflichen Qualifikationen hervorgehen
  • ein Staatsangehörigkeitsnachweis oder eine gleichwertige Bescheinigung;
  • ein vom Sozialversicherungszentrum ausgestellter Sozialversicherungsnachweis;
  • Belege über die Bestimmung eines gesetzlichen Vertreters für den Fall, dass sich der Antragsteller gesetzlich vertreten lässt;
  • bei Drittstaatsangehörigen eine gültige Aufenthaltsgenehmigung, die zur Arbeitsaufnahme oder selbstständigen Tätigkeit berechtigt.

Die medizinische Kommission informiert Sie über die Entscheidung per Einschreiben.

Wichtig: Sollte sich ihre Berufsfähigkeit oder Ihr Gesundheitszustand seit dem letzten Antrag gravierend geändert haben, können Sie einen Revisionsantrag direkt bei der Medizinischen Kommission oder der Kommission für Orientierung und berufliche Eingliederung stellen. Der Revisionsantrag kann frühestens sechs Monate nach Zustellung der ersten definitiven Entscheidung gestellt werden.

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Definitionen

Medizinische Kommission
Die Medizinische Kommission entscheidet über Ihre Anerkennung als behinderter Arbeitnehmer. Sie legt den Prozentsatz Ihrer Erwerbsminderung im Vergleich zu einer gesunden Person gleichen Alters fest.
Die Kommission setzt sich zusammen aus:
  • 3 auf dem Gebiet der medizinischen Rehabilitation und Wiedereingliederung spezialisierte Ärzte oder Psychiater;
  • 1 Arzt des kontrollärztlichen Dienstes der Sozialversicherung (Contrôle médical de la sécurité sociale);
  • 1 Arzt aus dem Gesundheitsministerium.
Kommission für Orientierung und berufliche Wiedereingliederung

Die Kommission setzt sich zusammen aus:
  • 2 Vertreter des Arbeitsministeriums;
  • 1 Vertreter der ADEM;
  • 1 Arbeitsmediziner;
  • 1 auf dem Gebiet Behinderungen spezialisierter Psychologe;
  • 1 auf dem Gebiet der technischen Hilfsmittel spezialisierter Ergotherapeut;
  • 1 Sozialpädagoge (éducateur gradué);
  • 1 Sozialarbeiter.
  • Letzte Änderung dieser Seite am 21-02-2018