Eine innerbetriebliche berufliche Wiedereingliederung vornehmen

Zielgruppe

Personen, denen eine berufliche Wiedereingliederung bewilligt wurde und die bei Ihrem bisherigen Arbeitgeber wiedereingegliedert werden.

Ein Arbeitnehmer, der eine innerbetriebliche berufliche Wiedereingliederung vornimmt und der seinen Arbeitsplatz aufgrund der Einstellung der Geschäftstätigkeit seines Arbeitgebers oder einer Massenentlassung verliert, hat das Recht, innerhalb von 20 Tagen ab dem Ende des Arbeitsvertrags die Gemischte Kommission einzuschalten, um eine außerbetriebliche berufliche Wiedereingliederung vorzunehmen.

Wenn sich Ihr Arbeitgeber sich weigert, eine von der Gemischten Kommission (Commission mixte) empfohlene innerbetriebliche Wiedereingliederung vorzunehmen, können Sie eine außerbetriebliche berufliche Wiedereingliederung beantragen.

Beantragung

  • Melden Sie sich umgehend bei Ihrem Arbeitgeber, um die Arbeit wieder aufzunehmen.
  • Sie haben Anrecht auf eine Arbeitsstelle oder eine Beschäftigung, die Ihren verbleibenden beruflichen Fähigkeiten entspricht.
  • Die Reduzierung Ihrer Arbeitszeit ist abhängig von dem Gutachten des zuständigen Arbeitsmediziners und darf maximal die Hälfte Ihrer ursprünglich geleisteten Arbeitszeit betragen. In Ausnahmefällen kann die Gemischte Komission eine Reduzierung der Arbeitszeit um 75% bewilligen.
  • Stellt der zuständige Arbeitsmediziner fest, dass Sie fähig sind, die neue Stelle im Unternehmen auszuüben, gilt die berufliche Wiedereingliederung als gelungen.

Gut zu wissen

Der Arbeitnehmer genießt, ausgenommen bei Kündigung wegen schwerwiegender Verfehlung, ab Anrufung der Gemischten Kommission einen speziellen Kündigungsschutz von 12 Monaten.
Im Falle einer Kündigung während des besagten Zeitraums hat der Arbeitnehmer 15 Tage Zeit, um beim Arbeitsgericht die Nichtigerklärung der Kündigung und die Anordnung zur Wiedereingliederung oder zur Aufrechterhaltung seines Beschäftigungsverhältnisses zu beantragen.

Sofern die innerbetriebliche Wiedereingliederung eine Gehaltsminderung mit sich bringt, haben Sie Anspruch auf einen Lohnausgleich (indemnité compensatoire) in Höhe der Differenz zwischen Ihrer ursprünglichen und Ihrer neuen Vergütung. Kontaktieren Sie in diesem Falle den Service für Arbeitnehmer mit Behinderung und eingeschränkter Arbeitsfähigkeit der ADEM, der Ihnen die entsprechenden Antragsunterlagen zur Verfügung stellt.

Solange Ihre Erwerbsminderung nicht endgültig ist, überprüft der zuständige Arbeitsmediziner mindestens alle zwei Jahre erneut Ihren Gesundheitszustand.

Wenn der Arbeitsmediziner bei der medizinischen Neubewertung feststellt, dass

  • Ihr Gesundheitszustand eine Reduzierung der Arbeitszeit oder eine Neuanpassung Ihres Arbeitsplatzes erforderlich macht, schaltet er die Gemischte Kommission ein, um eine entsprechende Änderung hinsichtlich der Arbeitszeit oder des Arbeitsplatzes zu entscheiden.

  • die Reduzierung der Arbeitszeit insgesamt oder teilweise medizinisch nicht mehr gerechtfertigt ist, schaltet er die Gemischte Kommission ein, die eine Anpassung der Arbeitszeit entscheidet. Diese Entscheidung tritt erst nach einer Frist von sechs Monaten nach Mitteilung in Kraft.

  • Sie Ihre vollständige Erwerbsfähigkeit wiedererlangt haben, um die Tätigkeiten, die Sie vor der Entscheidung über die berufliche Wiedereingliederung ausgeübt haben, erneut durchzuführen, schaltet er die Gemischte Kommission ein, die über die Einstellung der Lohnausgleichzahlungen entscheidet. Diese Entscheidung tritt erst nach einer Frist von sechs Monaten nach Mitteilung in Kraft.

Sollten Sie sich der medizinischen Neubewertung entziehen, müssen Sie damit rechnen, dass die Gemischte Kommission die Einstellung der Lohnausgleichzahlungen entscheidet. Diese Entscheidung tritt mit dem Zeitpunkt der Mitteilung in Kraft.

Wichtig zu wissen

Die Zahlung des Krankengeldes, das Sie aufgrund Ihrer Tätigkeit vor Feststellung der Erwerbsminderung erhalten haben, endet mit Benachrichtigung der Gemischten Kommission über die innerbetriebliche berufliche Wiedereingliederung.

Definition

Innerbetriebliche berufliche Wiedereingliederung bedeutet, dass Sie einen anderen Arbeitsplatz oder eine andere Beschäftigung bei Ihrem bisherigen Arbeitgeber übernehmen. Im öffentlichen Sektor findet die innerbetriebliche berufliche Wiedereingliederung in Ihrer derzeitigen Behörde oder Verwaltung statt, eventuell auf einem anderen Posten oder mit einer anderen Arbeitszeitregelung, die Ihren verbleibenden Fähigkeiten entspricht.

  • Letzte Änderung dieser Seite am 19-12-2017