Allgemeine Situation am Arbeitsmarkt

Struktur und Entwicklung der Beschäftigung

Luxemburg hat einen sehr dynamischen Arbeitsmarkt. Im Zeitraum von 2005-2016[1], stieg die Beschäftigung um 36% an. Im Vergleich zu den Nachbarländern ist dieses Wachstum besonders bemerkenswert. Im gleichen Zeitraum wuchs die Beschäftigung in Deutschland um 11%, in Belgien um 9,5 %, in Frankreich um 4,7% und in der gesamten Europäischen Union um 5 %. Während die Beschäftigung aufgrund der Wirtschaftskrise von 2009 innerhalb der gesamten EU rückläufig war, ist sie in Luxemburg weiterhin beachtlich gestiegen, auch wenn sich die Wachstumskurve seit 2009 leicht abgeschwächt hat.

 MGg1-2018

Im dritten Quartal 2017 haben 406.102 Personen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Luxemburg ausgeübt. Das sind 3,3% mehr als im dritten Quartal 2016. Hinzu kommen rund 26.000 Personen, die in nichtsozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen tätig sind (Selbstständige und mithelfende Familienangehörige). Diese Beschäftigungsgruppe ist im vergangenen Jahr um 1,8 % angestiegen.

Grenzgänger, also Personen, die nicht in Luxemburg wohnen aber hier arbeiten, stellen 45 % der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Über die Hälfte der Grenzgänger kommt aus Frankreich. Die anderen Grenzgänger kommen zu gleichen Teilen aus Belgien und aus Deutschland.

Luxemburger mit Wohnsitz in Luxemburg machen rund 27 % der Beschäftigten aus. Der Rest der Beschäftigten mit Wohnsitz in Luxemburg unterteilt sich wie folgt: 24% sind EU-Bürger und 4% sind Bürger aus Drittstaaten, die in Luxemburg wohnen und hier arbeiten.

Die Beschäftigung von Grenzgängern ist besonders konjunkturabhängig. Vor der Krise verzeichnete die Beschäftigung von Grenzgängern hohe Wachstumsraten von über 5% und sogar 10% pro Jahr. Diese Dynamik ist durch die Krise deutlich abgeschwächt. Es gab eine Zeit, in der die Beschäftigung der gebietsansässigen Bevölkerung, die nur wenig von der Krise beeinflusst wurde, stärker wuchs als die Beschäftigung der Grenzgänger. Seit Beginn des Jahres 2014 hat sich diese Situation aber nachhaltig geändert. Die Beschäftigung der Grenzgänger steigt stärker als die der gebietsansässigen Bevölkerung. Im dritten Quartal 2017 stieg die Beschäftigiung der Grenzgänger um 4% im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres.

Bei der gebietsansässigen Bevölkerung Luxemburgs ist es die Gruppe der Drittstaatler, die 2017 die höchste Steigerungsrate bei der Beschäftigung (ca. 11%) zu verzeichnen hatte. Die Gruppe der in Luxemburg wohnenden und arbeitenden EU-Bürger wuchs 2017 um 3 %; während die Zahl der Luxemburger Einwohner, die sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, nur um 1,4% anstieg.

 MGg2-2018

Das Beschäftigungswachstum in Luxemburg wird insbesondere durch die Migration angeheizt. Im Zeitraum von 2005-2016[2] sind die Migrationsströme in Richtung Luxemburg stark angestiegen. Das Migrationssaldo, also die Differenz zwischen Einwanderung und Auswanderung, ist deutlich angestiegen, da deutlich mehr Einwanderer in Luxemburg zu verzeichnen sind. Die Zahl der Auswanderer blieb während dieser Zeit fast konstant.

Für 2016 ist, ein Jahr später betrachtet, immer noch ein positiver Migrationssaldo zu verzeichnen, der aber rückläufig ist, da die Zahl der Einwanderer gesunken und die Zahl der Auswanderer leicht angestiegen ist.

MGg3-2018

Zwischen 2001 und 2013 gab es eine relativ starke Zuwanderung aus Portugal. Mit einem Anteil von 16,4% an der Gesamtbevölkerung stellten die Portugiesen 2017 die größte ausländische Bevölkerungsgruppe. Außerdem belegen die Portugiesen seit 2001 den ersten Platz bei den Migrationsbewegungen.

Seit 2014 hat sich die Situation allerdings leicht verändert. Die Portugiesen mussten den ersten Platz bei den Migrationsbewegungen an die Franzosen abgeben. Die Franzosen hatten 2016 einen Anteil von 21% an den Migrationsbewegungen, gefolgt von den Portugiesen mit 13%, den Italienern mit 11% und den Belgiern mit 5%. Die Einwanderung nach Luxemburg erfolgt zum großen Teil aus Ländern der Europäischen Union. Nur 26% der Einwanderer kommen aus Nicht-EU-Staaten.

 MGg4-2018

Beschäftigung nach Sektoren

Die Sektoren, die 2017 die größte Beschäftigungsdynamik zu verzeichnen hatten waren der Immobilienbereich mit einem Beschäftigungswachstum von 8,3% und der ICT-Bereich mit einem Beschäftigungswachstum von 6,6%.

Der Bereich "Spezialisierte, technische oder wissenschaftliche Dienstleistungen" mit einem Beschäftigungswachstum von 6,3% macht 8,7% der Gesamtbeschäftigung aus. Zu diesem Bereich gehören unter anderem Berufsgruppen wie Juristen, Buchhalter, Ingenieure, Unternehmensberater sowie Forscher und wissenschaftliche Mitarbeiter. Es handelt sich hierbei also um hochqualifizierte Arbeitsplätze.

Der zweite Sektor, der 2017 ein Beschäftigungswachstum von 5,4 % im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen hatte, umfasst Berufstätigkeiten im Bereich der Zeitarbeit, Wach- und Sicherheitsdienste sowie gewerbliche Reinigungs- und Hausmeistertätigkeiten. Dieser Sektor umfasst überwiegend geringqualifizierte Arbeitsplàtze.

Insgesamt umfassen die beiden oben genannten Sektoren zwischen dem dritten Quartal 2016 bis zum dritten Quartal 2017 mehr als ein Viertel des Nettozuwachs an der Beschäftigung.[3]

Der Zuwachs bei den "administrativen und unterstützenden Dienstleistungen" erklärt sich in erster Linie aus dem dynamischen Zeitarbeitssektor. Die Zahl der Zeitarbeiter ist im August und September 2017 um 9,8% und um 10,4% im Vergleich zu den gleichen Monaten des Vorjahres angestiegen.[4]

Zwei weitere Sektoren mit guten Wachstumsraten in Hinblick auf die Beschäftigung sind der Gesundheits- und Sozialbereich sowie der Hotel- und Gastronomiebereich.

 MGg5-2018Die Industrie, in der rund 8% der Beschäftigten tätig sind, erfährt seit 2015 eine positive Entwicklung. Nachdem die Industriebeschäftigung über mehrere Quartale rückläufig war, verzeichnet sie nun ein Wachstum von rund 1%. Seit Ende 2015 hat auch die Beschäftigung im Transportsektor an Aufwind gewonnen, nachdem sie mehrerre Jahre zuvor stagnierte. Allerdings liegt die Beschäftigung hier noch immer unter den Zahlen,die vor der Wirtschaftskrise von 2008 verzeichnet wurden.

MGg6-2018

[1] letzte veröffentlichten Zahlen

[2] letzte veröffentlichte Zahlen

[3] letzte veröffentlichten Zahlen

[4] Quelle: Tableau de bord Emploi IGSS Janvier 2018

  • Letzte Änderung dieser Seite am 06-04-2018