Dina Nzambi / Astrid Coiffure

Madame Nzambi, Sie haben vor einem Jahr Astrid Coiffure eröffnet, nach Teilnahme an der Weiterbildung Fit4entrepreneurship. Was haben Sie davor gemacht?

«Nachdem ich 20 Jahre lang Berufserfahrung im Frisörbereich in Portugal gesammelt habe, bin ich nach Luxemburg gekommen. Hier habe ich zunächst als Reinigungskraft bei Nettoservice und bei Eco Clean gearbeitet.

Dann habe ich eine Arbeit in einem Frisörsalon in Bonnevoie gefunden. Aber die Dinge sind nicht so gelaufen, wie ich es gehofft hatte und ich habe meinen Arbeitsvertrag im gegenseitigen Einverständnis mit meinem damaligen Arbeitgeber gekündigt.»

So kam es dazu, dass Sie sich bei der ADEM arbeitsuchend gemeldet haben?

««Ja. ich bekam 472 Euro Arbeitslosengeld und Kindergeld für meine beiden Kinder. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, dass es nicht leicht ist, davon zu leben. Aber als mir die Möglichkeit eröffnet wurde, an der Weiterbildung teilzunehmen mit dem Ziel, mich selbstständig zu machen, wusste ich , dass das ein Ausweg sein kann.»

Fit4entrepreneurship kam also genau zur richtigen Zeit!

«Absolut Die Weiterbildung hat mir sehr geholfen, wenn ich sehe, wo ich heute angekommen bin. Ohne die Weiterbildung hätte ich mich bestimmt nicht selbstständig gemacht. »

Warum nicht?

«Wissen Sie, in Portugal, zumindest in der Zeit, in der ich dort meinen Salon hatte, wurden die Sachen ziemlich lax gehandhabt, zumindest nicht so, wie man es sich hier als Unternehmen erlauben kann. Hier muss man über grundlegende Kenntnisse der Unternehmensführung verfügen, die ich nicht hatte. »

Und heute?

«Heute fühle ich mich viel sicherer. Ich weiß, welche Schritte ich machen kann und welche nicht. Ohne die Weiterbildung wäre es viel zu abenteuerlich gewesen, sich selbstständig zu machen.

Man kann schnell, ohne es zu wollen, falsche Entscheidungen treffen und alles verlieren. Fit4entrepreneurship war wirklich der Anstoß, den ich brauchte. Ein wahres Sprungbrett und eine göttliche Fügung!»

Wie haben Sie Ihr Vorhaben finanziert? Haben Sie sich an Banken gewendet?

«Nein. OHne selbst Geld beiseite gelegt zu haben, leihen die Banken einem nichts. Der Schritt in die Selbstständigkeit ist mir dank eines Mikrokredites, der mir im Rahmen des Programms "Coup de Pouce" von der Fondation des universitaires en sciences économiques (Fuse) gewährt wurde, die von der Handwerkskammer und der Handelkammer unterstützt wird. »

Welcher Bereich der Weiterbildung war in Ihren Augen der wichtigtste?

«Ich würde sagen die Buchführung. Heute führe ich mein Unternehmen genau und weiß jeden Tag, was auf der Einnahmen- und auf der Ausgabenseite steht. Ich weiß genau, ob ich mir Ausgaben leisten kann oder nicht. Aber jedes Modul der Weiterbildung war wichtig und interessant. Das öffnet einem die Augen und hilft viel.»

Einige erwähnen die Wichtigkeit der Kursgruppe.

««Die Gruppe war unübertroffen, außer Frage. Das war ein echter Motor. Wir haben Ratschläge ausgetauscht und über unsere Vorhaben diskutiert. Und wir haben uns gegenseitig Mut gemacht. Vor allem sind aber auch Freundschaften entstanden. Einige der ehemaligen Kursteilnehmer sind nun meine Kunden.»

Sind Sie, wie andere Teilnehmer, von einem Coach betreut worden?

«Nicht direkt, nein. Aber Viviane Bisenius, die Beraterin bei er ADEM, ist auf Coaching speziaisiert und hat mir wertvolle Ratschläge gegeben. Sie hat mir im Vorfeld der Firmengründung sehr geholfen und ich konte bei jedem Problem auf sie zählen.

Das gleiche gilt für die Verantwortlichen bei der Handelskammer und der Handwerkskammer. Auch sie standen immer als Ansprechpartner zur Verfügung.»

Woran erinnern Sie sich am liebsten, wenn Sie an Fit4entrepreneurship zurückdenken?

«An die Zeiten im Kurs zusammen mit den anderen Teilnehmern! Es gab jedes Mal gute Diskussionen und intessante Austausche.»

Im Frisörbereich gibt es zweifelsohne eine große Konkurrenz. Wodurch heben Sie sich ab?

«Ich versuche, mich nicht nur aufgrund des Preises von meinen Mitbewerbern zu unterscheiden, sondern vor allem durch die Qualität meiner Arbeit und der Aufmerksamkeit, die ich und meine Mitarbeiter den Kunden gewähren.

Sie haben den Frisörsalon jetzt schon ein komplettes Jahr.» Welche Bilanz ziehen Sie?

«Die Bilanz ist positiv. Sehr positiv sogar. Für jemanden, der bei Null angefangen hat, ist das nicht schlecht. Aber die Selbstständigkeit erfordert viele Anstrengungen. Mein Salon ist zwar montags geschlossen, aber glauben Sie mir, ich arbeite sieben Tage die Woche.»

Welche Ziele haben Sie heute?

«Meinen Kundenstamm vergrößern, denn manchmal habe ich noch freie Termine. Hierbei zähle ich auf meine Facebookseite, meine Internetseite, auf Flyer aber am meisten auf die Mund-zu-Mund-Propaganda, die in diesem Metier sehr wichtig ist.»

Visitenkarte

Name Dina Nzambi
Alter: 48 Jahre
Unternehmen: Astrid Coiffure, rue de la Libération à Esch/Alzette
Zahl der Mitarbeiter: eine Vollzeitkraft und eine Halbzeitkraft
Tätigkeiten: Afrikanische und europäische Frisuren
Gründung: 7. Mai 2015
Investitionskosten: 5.000 Euro


© Paperjam / Maison Moderne

Das Interview wurde veröffentlich in Paperjam.lu am 13.05.2016

Den vollständigen Artikel finden Sie unter: http://paperjam.lu/news/le-coup-de-pouce-quil-me-fallait

  • Letzte Änderung dieser Seite am 28-10-2016