Lucie Aziadjonou / Plume Pro

Frau Aziadjonou, Sie haben letzten Herbst das Unternehmen Plume Pro gegründet. Was haben Sie davor gemacht?

«Ganz viele verschiedene Dinge und Jobs! Ich bin großer Fan der englischen Sprache und habe viele englischsprachige Länder bereist, unter anderem auch als Au-pair. Ich habe auch an einem einjährigen Austausch in Neuseeland teilgenommen und habe als Übersetzerin für Französisch in Kanada gearbeitet.

Nach meinem Master in literarischer Übersetzung an der Uni Strasburg habe ich angefangen, in Luxemburg als technische Übersetzerin zu arbeiten bei der Agentur LCI Luxembourg.

Sie haben an der Weiterbildung "Fit4Entrepreneurship" teilgenommen, da Sie bei der ADEM arbeitsuchend gemeldet waren. Was ist passiert, dass Sie arbeitslos geworden sind?

«Ich habe meine Stelle verloren, da sie nicht vereinbar war mit meinem Privat- und meinem Familienleben. Ich wohnte im Norden des Landes und arbeitete in Luxemburg-Stadt und ich musste öffentliche Verkehrsmittel benutzen, um zur Arbeit zu gelangen. Dann kam meine Tochter zur Welt. Dann wurde alles sehr kompliziert.

Was hat Sie dazu bewogen, an dieser Weiterbildung teilzunehmen?

« Als Übersetzerin hatte ich schon immer Lust, zu Hause zu arbeiten und selbstständig zu sein. Und so habe ich mir gesagt, dass die Weiterbildung eine gute Gelegenheit ist, um mir meinen Traum vono der Selbstständigkeit zu erfüllen. Gerade auch, weil ich so mehr Freiheiten habe, um mich um meine Tochter zu kümmern. Als ich bei der ADEM von dem Weiterbildungsprogramm Fit4Entrepreneurship gehört habe, habe ich sofort mein Interesse für eine Teilnahme bekundet.  

Was haben Sie während des Kurses gelernt?

«Es gab verschiedene Ausbildungsmodule, die sich auf drei oder vier Monate erstreckten, wie zum Beispiel Marketingkurse. Außerdem habe ich viel über finanztechnische Dinge gelernt, wie zum Beispiel Steuern, Abführung von Mehrwertsteuern, von denen ich bis dato nicht so viel wusste. Die Weiterbildung war wirklich sehr praxisorientiert. Wenn ich jetzt im Nachhinein meine Notizen lese, stelle ich fest, dass ich alles gelernt habe, was ich heute brauche.

Gut fand ich auch, dass wir eine kleine Gruppe mit nur einem Duzend Teilnehmer waren. Es war eine sehr dynamische Gruppe und das hat viel zum Erfolg des Kurses beigetragen.

Woran erinnern Sie sich am liebsten, wenn Sie an Fit4entrepreneurship zurückdenken?

« Das Kennenlernen der anderen Kursteilnehmer am ersten Tag. Von diesem Augenblick wusste ich, dass der Kurs interessanter werden wird, als ich es mir vorgestellt hätte.

Hatten Sie auch ein individuelles Coaching?

«Ja. Emmanuelle Benzimra, von der Vereinigung European Personalised Medicine (Epemed) war mein persönlicher Coach. Das war eine sehr individuelle Unterstützung, die genau auf meine Bedürfnisse, insbesondere im Marketingbereich, zugeschnitten war. Mein Coach hat mich bei der direkten Kundenakquisition geholfen, etwas, das ich zuvor noch nie gemacht hatte. Wir haben uns fünf- oder sechsmal persönlich getroffen und einmal via Skype!

Haben Sie sich für eine GmbH oder für eine Personengesellschaft entschieden?

«Für eine Personengesellschaft, da ich selbstständig intellektuelle Arbeiten verrichte. Erstens hatte ich die erforderlichen 12.500 EUR nicht, die als Gründungskapital für eine GmbH vorgeschrieben sind. Außerdem arbeite ich zur Zeit noch alleine und ich denke, dass das so bleiben wird. Ich konnte nicht investieren, da ich mein ganzes Kapital für die Gründung des Unternehmens benötigte. Das heißt einen Computer, Software und einen Internetanschluss

Was bieten Sie Ihren Kunden?

«Übersetzungen vom Englischen ins Französische, insbesondere in den Bereichen Marketing, Informatik und Bildung Für Studenten und generell für Privatleute biete auch auch die Korrektur von Texten an.

Was hebt Sie von der Konkurrenz ab?

«Ich beherrsche verschiedene Niveaus der englischen Sprache, die ich aufgrund meiner Reisen und meiner Affinität zu dieser Sprache erworben habe. Ich beherrsche aber auch das technische Vokabular aus der Zeit, in der ich in der Agentur gearbeitet habe.

Aber was mich wohl am moisten von meiner Konkurrenz abhebt, ist das Verfassen von literarischen Texten sowie das Korrekturlesen und die Verbesseerung von Texten in der französischen Sprache. Das gibt es hier nicht so häufig.

Wie sieht die Bilanz Ihrer bisherigen Tätigkeit aus?

«Ich bin zufrieden, wie es angelaufen ist. Ich habe genug zu tun, insbesondere auch, weil zwei Übersetzungsbüros mir regelmäßig Aufträge zukommen lassen. Ich würde mir aber wünschen, mehr direkte Kunden zu bekommen und an längerfristigen Projekten zu arbeiten. Auch möchte ich verstärkt Studenten helfen, ihre Abschlussarbeiten zu verfassen.

Was gedenken Sie zu tun, um Ihren Bekanntheitsgrad zu steigern?

«Ich habe eine Internetseite und bin auf Facebook. Außerdem will ich Kleinanzeigen schalten und Aushänge an der Uni und an Schulen machen.

Ohne natürlich die Mund-zu-Mund-Propaganda zu vergessen. Das braucht seine Zeit, aber ich habe Geduld. Das wird schon!»

Visitenkarte

Name Lucie Aziadjonou
Alter: 33 Jahre
Unternehmen: Plume Pro
Zahl der Angestelten: 0
Tätigkeiten: Übersetzung, Korrekturlesen
Start: Oktober 2015
Investitionskosten: 120 Euro


© Paperjam / Maison Moderne

Das Interview wurde veröffentlich in Paperjam.lu am 11.05.2016

Hier finden Sie den vollständigen Artikel http://paperjam.lu/news/quand-je-relis-mes-notes-tout-y-est

  • Letzte Änderung dieser Seite am 28-10-2016